Mantrailer Andernach: Mit dem richtigen Riecher im Einsatz

ANDERNACH. -com- Jeden kann es treffen – man gerät in eine Notsituation und jegliche Spur geht verloren. Wo Menschen an ihre Grenzen geraten, können Hunde durch ihre besonderen Nasen sehr viel mehr Gerüche wahrnehmen. „Ein Mensch verliert pro Minute circa 40 000 Hautpartikel“, erklärt Frank Grandpre, Erster Vorsitzender und Gründer des Vereins Mantrailer-Andernach. AM WOCHENENDE begleitete eine Übung der Einsatzgruppe.

Eine Gruppe in roter Montur trifft sich gemeinsam mit den eigenen Hunden in der beschaulichen Ortsgemeinde Kruft. Wer genau hinschaut, erkennt auf der Rückseite die Beschriftung „Mantrailer Andernach“. Das Wort „Mantrailer“ kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Worten „man“ (deutsch: Mensch) und „trail“ (deutsch: verfolgen) zusammen. Dieser Begriff bezieht sich auf Personenspürhunde, die zum Suchen und Retten von bestimmten Gesuchten eingesetzt werden.

Eigene 
Spürhunde ausbilden

Frank Grandpre, der bei der Polizeiautobahnstation Mendig tätig ist, hat schon lange beruflich mit Suchhunden zu tun und bemerkte, dass es aufgrund der mangelnden gut ausgebildeten Hunde in der Region eine Ausbildung für Personenspürhunde geben müsste. Die Idee war geboren und wurde vor fünf Jahren in die Tat umgesetzt.
Heute kann der Verein Mantrailer-Andernach auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken mit zahlreichen Einsätzen in der Region – und das nicht nur in Andernach: „Wir haben auch außerhalb von Andernach sehr viele Einsätze, da es hier in der Umgebung keine vergleichbare Einsatzgruppe gibt“, erklärt Grandpre. Im letzten Jahr ist die Gruppe für 25 Einsätze ausgerückt und fast die Hälfte davon waren für die Rhein-Mosel-Fachklinik.

Mitglied der Maintrailer Andernach nimmt die Geruchsspur der verschwundenen Person auf.

Bevor die Suche los geht, wird der Geruch des Gesuchten aufgenommen.

Mitglied der Mantrainer Andernach hält einem Hund die Tüte mit der Geruchsspur unter die Nase.

Im Anschluss kann der Hund anhand dieses Geruchs der Spur des Gesuchten nachgehen.

 

Mensch und Hund 
bilden bei Mantrailer Andernach ein Team

Für diese Ernstfälle ist Ausbildung und Training das A und O. Und deswegen trifft sich die Gruppe jede Woche, um an verschiedenen Orten zu unterschiedlichen Tageszeiten das Suchen zu üben. So wie an diesem sonnigen Samstag in Kruft.
Den Anfang macht Nadine mit ihrem Rottweiler Nero. Sie sind auch schon seit mehr als vier Jahren dabei und gehören zur Trainergruppe.
Bevor es losgehen kann, entscheidet Grandpre, wer den „Gesuchten“ spielt. Diese Person der Gruppe versteckt sich an einem Punkt, von dem der Suchtrupp nichts weiß. An einer Kreuzung bringt der Trainer und Vorsitzende des Vereins Nadine mit Nero erst einmal an eine Stelle ohne Spuren. Die Kreuzung ist ein Bestandteil der Übung, die in alle Richtungen abgelaufen werden muss, um am Ende festzustellen: „Hier gibt es nichts.“ Und das war die richtige Vermutung. Doch um genau das festzustellen, ist die Zusammenarbeit zwischen Halter und Hund sehr wichtig.

„Das Verhalten des Hundes muss richtig gelesen werden. Man sollte sich von der Hundenase führen lassen und aufpassen, dass man nicht zu sehr selbst lenkt“, erklärt Grandpre.

Denn jede Ablenkung kann den Spürhund in eine falsche Richtung führen – hier heißt es nicht nur für den Hund, sondern auch für den Halter: Konzentration, um jeder Spur nachgehen zu können.
Wenn die Suche erfolgreich ist, zeigt der Hund mit einem Sitzen an, dass er am Ziel ist – und die Belohnung kann kommen. Neben Streicheleinheiten wartet auf die erfolgreichen Spürnasen auch die verdiente Stärkung.

Gefunden: Der Spürhund hat der Mantrailer Andernach hat die verschwundene Person gefunden.

Mit dem Hinsetzen zeigt der Spürhund, dass er seine Suche erfolgreich abgeschlossen hat.

Lebensretter 
trotz Maulkorb

Auch als Nina mit ihrem Staffordshire Terrier Thyson loszieht, wird schon beim Anlegen des Geschirrs deutlich erkennbar, wie aufgeregt der Hund ist, weil er weiß, dass es jetzt losgeht.

„Wir haben auch einige Listen-Hunden“, führt Grandpre aus – so wie Thyson, der einen Maulkorb tragen muss, weil er aufgrund seiner Rasse als gefährlich eingestuft ist. Doch auch diese Hunde sind das ganze Jahr über im Einsatz und retten Menschenleben. „Es kommt immer auf die Erziehung der Hunde an“, erklärt der Trainer.

Denn wie auch die Halterin selbst erleben durfte, hat sich das Hundeverhalten von Thyson durch das Mantrailing wesentlich verbessert – und er ist außerdem für eine gute Sache im Einsatz.

Aber nicht alle des Teams gehen auf Einsätze. Genauso sind Hundehalter dabei, die einfach nur mit ihren Spürnasen trainieren möchten – was die Beziehung zwischen Mensch und Tier stärker machen kann.

Weitere Informationen auf: www.mantrailer-
andernach.com oder www.facebook.com/
Mantrailerandernach.

By | 2018-04-13T13:30:53+00:00 13, 04, 2018|